Komfortable Konfiguration und Steuerung mit dem neuen Web-Interface für Yamaha AV-Receiver
Ab dem Modell RX-V6A wird das erweiterte Web Setup unterstützt
Yamaha bietet in der neuen Modell-Generation der AV-Receiver ein vollwertiges Web-Interface mit erweiterten Konfigurations- und Einstellungsmöglichkeiten an, um das Gerät komfortabel mit einem PC oder Mac über den Web-Browser steuern und einrichten zu können. Das Web-Interface wird ab dem RX-V6A unterstützt, auch das neue AVENTAGE Modell RX-A2A wird also darüber verfügen. Wir erläutern in diesem Special anhand des Modells RX-V6A, wie man auf die Web-Schnittstelle des AV-Receivers zugreift und welche Vorteile diese bietet.
Zugriff auf das Web-Interface
Um auf das Web-Interface des Yamaha AV-Receivers zugreifen zu können, benötigt man die IP-Adresse des Gerätes im Netzwerk. Jede Komponente, die im Netzwerk zuhause eingebunden ist, erhält eine eigene Adresse, die aus vier durch einen Punkt getrennten Ziffernfolgen besteht. Man kennt dies z.B. von der Einrichtung des Internet-Routers, während derer man z.B. mit der typischen IP-Adresse 192.168.2.x (Telekom) oder 192.168.178.x (FritzBox) auf die Web-Oberfläche zugreift. In der Regel wird das Heimnetzwerk durch einen DHCP-Server verwaltet, der einer neuen Komponente automatisch eine Adresse zuweist. Jetzt muss man nur noch herausfinden, welche IP-Adresse dem Yamaha AV-Receiver zugewiesen wurde. Dabei greift man lediglich auf das On-Screen-Display des Yamaha RX-V6A zurück und wählt den Punkt „Netzwerk“ aus. Im Unterpunkt „Informationen“ kann man dann die IP-Adresse direkt einsehen.
Diese Adresse gibt man nun exakt, wie sie im RX-V6A angezeigt wird, in die Adresszeile des Internet-Browsers am PC oder Mac ein und ruft diese auf. Nun wird allerdings lediglich ein sehr schlankes Web-Setup angezeigt, in dem man verschiedene Netzwerk-Einstellungen einsehen und ein Firmware-Update durchführen kann. Dabei handelt es sich nicht um das neue Web-Interface mit zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten. Um die neue Web-Schnittstelle mit erweiterten Funktionen aufzurufen, muss hinter der IP-Adresse der Zusatz „/setup“ eingegeben werden.
Allgemeine Einstellungen
Man wird von einer Übersicht mit vielen Registerkarten empfangen und startet direkt im ersten Reiter „General“ für die allgemeinen Einstellungen. Gleich fällt auf, dass die Benutzeroberfläche in englischer Sprache gehalten ist, eine Umstellmöglichkeit auf Deutsch gibt es, zumindest aktuell, leider nicht. Die meisten Begriffe sind aber geläufig und so sollte man sich, ein paar englische Grundkenntnisse vorausgesetzt, problemlos zurechtfinden. Im Notfall gibt das On-Screen-Display des Yamaha-Receivers Hilfestellung, denn die Konfigurationsmöglichkeiten stimmen nahezu vollständig überein. Dies gibt auch direkt schon einen Hinweis auf den Umfang und die Leistungsfähigkeit der Web-Oberfläche.
Das erste Fenster ermöglicht grundlegende Einstellungen, darunter das Ein- und Ausschalten des Gerätes, Sleep-Modus und der Pegel kann hier justiert werden. Auch kann man die Komponente stumm schalten, die Eingangsquelle auswählen und direkt eine gewünschte Szene anwählen. Natürlich kann man dies alles einfacher und schneller mit der Fernbedienung erledigen, die grundsätzliche Steuerungsmöglichkeit dieser Optionen via IP-Zugriff ist aber gegeben.
Darüber hinaus lassen sich hier auch DSP-Programme auswählen, Straight-Modus und Pure Direct aktivieren sowie Adaptive DRC – für dynamisches Hören bei moderater Lautstärke – zuschalten. Dialogue Level und DTS Dialogue Control ermöglichen Optimierung der Sprachverständlichkeit im eigenen Setup und auch Yamahas Dialogue Lift lässt sich nutzen. Dabei kann, z.B. wenn der Center-Lautsprecher unterhalb der Leinwand platziert ist, die Sprachwiedergabe DSP-basiert „angehoben“ werden, damit es so wirkt, als würden die Stimmen aus der Mitte des Bildes kommen. Auch die globalen Toneinstellungen für Bass und Treble lassen sich vornehmen, die Funktion „Extra Bass“ sowie monaurale Wiedergabe und den Enhancer (Optimierung komprimierter Musikdateien) aktivieren und ein Delay für die zweite Zone einstellen.
Speaker-Lautsprecher-Konfiguration
Die Registerkarte „Speaker“ umfasst sämtliche Einstellungsmöglichkeiten, die das Lautsprecher-Setup betreffen. Hier lässt sich wirklich alles einstellen, was auch per OSD möglich ist, und das sehr übersichtlich und komfortabel. Der Punkt „Power Amp Assign“ muss nur angefasst werden, wenn man Bi-Amping betreibt oder eine zweite Zone eingerichtet hat, ansonsten belässt man es bei „Basic“. „Config“ ermöglicht die Einstellung der Lautsprechergröße, also ob es sich um Fullrange-Standlautsprecher oder um Satelliten handelt, die lediglich einen Teil des gesamten Frequenzbereichs wiedergeben. Man kann hier sogar festlegen, ob man Dolby Enabled Speaker, also Top-Firing-Module, für Atmos nutzt. Natürlich lassen sich für jeden Lautsprecher die gewünschte Übergangfrequenz festlegen, hier kann man wählen zwischen 40, 60, 80, 90, 100, 110, 120 und 200 Hz.
Nun wird der Abstand festgelegt, also die Distanz jedes einzelnen Lautsprechers zum Hörplatz. Der AV-Receiver berechnet aus dem jeweiligen Abstand dann das notwendige Delay, damit später beim Hören der Klang zeitgleich am Sweet Spot ankommt. Unter „Equalizer“ lassen sich die verwendeten Schallwandler optimal auf die akustischen Gegebenheiten des Raumes anpassen. Wer auf Yamahas automatisches Einmesssystem YPAO setzt, kann dies hier einstellen. Per „GEQ“ kann man aber auch manuell aktiv werden und den vollen parametrischen EQ des Yamaha AVRs nutzen. Abschließend legt man noch die Impedanz der verwendeten Lautsprecher fest.
Sound - Klangeinstellungen
Audio-Eingänge zuweisen, Lipsync- und Lipsync-Delay-Einstellungen und Pegel-Settings für verschiedene Quellen kann man im Punkt „Sound“ erledigen. Der Dynamikumfang kann begrenzt werden, wenn man z.B. zu später Stunde die Nachbarn nicht überstrapazieren möchte, auch die Funktion „Virtual Surround Back Speaker“ für eine künstliche Berechnung dieser in konventionellen 5.1-Setups steht zur Verfügung. Der DSP-Effektpegel, also die Intensität des gewählten DSPs, kann unter „Adaptive DSP Level“ nach individuellen Wünschen justiert werden. Die Lipsync-Einstellungen können vorgenommen und werden dann für jeden Eingang aktiv oder inaktiv geschaltet.
Wer manuell Unterschiede in der Lautstärke von verschiedenen Eingängen normalisieren möchte, kann dies unter „Input Trim“ erledigen. Praktisch ist, dass man dies auch für MusicCast, USB und Bluetooth nutzen kann. Zusätzliche Einstellungen für die Lautstärke umfassen einen festlegbaren Maximalpegel und welche Lautstärke der AV-Receiver beim Systemstart einstellen soll. Wer möchte, kann auch verschiedene Pegel abspeichern und direkt aufrufen, dafür stehen insgesamt sechs Speicherplätze zur Verfügung. Der DTS Mode steht standardmäßig auf „Mode 1“ und sollte auch so belassen werden.
DSP
In diesem Abschnitt kann man auf Wunsch bestimmte DSP-Programme, die man ohnehin nicht nutzt, ausblenden. Schaltet man dann mit der Fernbedienung die DSP-Programme durch, werden die hier auf „On“ gesetzten DSPs übersprungen und können nicht ausgewählt werden. Das ist bei Yamaha natürlich besonders praktisch, da die AV-Receiver so zahlreich damit bestückt sind.
Mit „Program Select“ lassen sich spezifische DSP-Programme direkt Eingängen zuweisen, so dass bei der Auswahl des Eingangs direkt das entsprechend hier gesetzte DSP-Programm aufgerufen wird, dies gilt für alle Zuspielmöglichkeiten inklusive Internetradio, Bluetooth, USB, Spotify, etc. Auch den Modus „Straight“ kann man hier setzen und entscheiden, ob der Compressed Music Enhancer arbeiten soll. Die einzelnen DSP-Programme können nun auch nach eigenem Gusto gestaltet werden und lassen Einstellungen bzgl. ihrer Intensität, Delay, Nachhallzeit, etc. zu.
Scene & Zone Scene - Szene-Einstellungen
Sehr praktisch ist die Konfiguration von Szenen über das Web-Interface. Man kann hier sämtliche Parameter setzen, die beim Aufrufen einer Szene mit der Fernbedienung abgerufen werden sollen. Dazu gehören Eingangsquelle, Klangeinstellungen, Lautstärke, Lipsync Modus, Lautsprecher-EQ, etc. Insgesamt ist dies für 8 Szenen möglich. Wer möchte, kann mehrere Szenen auch einem Eingang zuweisen, um für das identische Quellgerät unterschiedliche Einstellungen abzurufen. Das ist vorteilhaft, wenn man die gleiche Quelle für unterschiedliche Anwendungen nutzt. Die Szene-Einstellungen sind in kleinerem Umfang auch für Zone 2 möglich.
Die HDMI-Kommunikation zwischen AV-Receiver und Quellgeräten kann man unter „Video/HDMI“ konfigurieren. HDMI CEC, also Steuerungsmöglichkeiten, sowie Standby Sync, Standby (Pass-)Through und der Audio Return Channel lassen sich aktiv schalten oder deaktivieren. Auch, ob der Yamaha AV-Receiver das Hochskalieren niedriger auflösender Inhalte auf Ultra HD übernehmen soll, stellt man hier ein. Außerdem kann ein HDMI-Eingang einer spezifischen Quelle zugewiesen werden, die sonst keine Videoausgabe nutzt. Die Einstellungen unter HDCP Version und HDMI Video Format sollte man unangetastet lassen, außer es werden alte Geräte verwendet, die diese Einstellungen erforderlich machen.
Network - Netzwerk
Die Registerkarte „Network“ beherbergt alles, was für die Kommunikation mit dem Heimnetzwerk notwendig ist. Ist „Network Standby“ aktiviert, kann man den AV-Receiver per Netzwerk-Signalen aufwecken, also in den Betriebszustand versetzen. Das ist z.B. praktisch, wenn der AVR ausgeschaltet ist, aber man direkt vom Handy Spotify Connect aktivieren möchte. Allerdings muss man bei Aktivschaltung mit einem höheren Standby-Verbrauch kalkulieren. Unter „Network Parameters“ finden sich Informationen zum verbundenen LAN/WLAN und bei AirPlay und MusicCast kann man ebenfalls Einstellungen (Lautstärke/Delay) vornehmen.
Bluetooth erlaubt das Aktivieren oder Deaktivieren der Steuerung via Bluetooth. Schaltet man dies aus, kann man z.B. bei der drahtlosen Audio-Zuspielung die Lautstärke nicht mit dem Smartphone einstellen. Außerdem kann man hier einschalten, dass der AV-Receiver als Transmitter fungiert und somit Bluetooth-Audiosignale auch an kompatible Geräte sendet. Der Reiter „Tuner“ ermöglicht die Bedienung des integrierten FM- und DAB-Tuners und ermöglicht die Speicherung von Favoriten.
System
Der letzte, etwas umfangreichere Punkt ist „System“. Hier können Hauptzone und Zone 2 benannt werden, außerdem zahlreiche allgemeine Einstellungen, wie Sprache, Auto Power Standby, ECO Mode, etc. vorgenommen werden. „Retail Demo Mode“ und „Function Lock“ sind Händler-relevante Optionen, bei „Input Skip“ lassen sich diverse, nicht benötigte Quellen bei der Auswahl mit der Fernbedienung überspringen, um schneller zum Ziel zu gelangen. Eingänge können umbenannt werden und für diverse Multimedia- und Streaming-Angebote kann man festlegen, ob sie bei Anwahl direkt losspielen sollen. Darüber hinaus finden sich Einstellungen zum Display, für die Trigger und Informationsanzeige. Per „Initialization“ lassen sich sämtliche Einstellungen zurücksetzen.
Die Registerkarte „Information“ beinhaltet sämtliche Informationen zum verwendeten AV-Receiver-Modell sowie die Netzwerk-Informationen. Unter „Other“ kann man einen Neustart des Gerätes herbeiführen sowie die getätigten Einstellungen sichern und wiederherstellen. Auch die Durchführung eines Firmware-Updates ist hier möglich.
Fazit
Auch der neue RX-A2A unterstützt das Web Setup
Die neuen Yamaha AV-Receiver, ab dem Modell RX-V6A, können komplett über die neue Web-Schnittstelle komfortabel konfiguriert werden. Wer lieber am Rechner sämtliche Einstellungen vornimmt und auf das OSD verzichten möchte, kann das problemlos tun. Wir finden, dass allein die Möglichkeit dieser Web-Konfiguration und Steuerung einen spürbaren praktischen Benefit bietet und den Bedienkomfort der Yamaha AVRs nochmals optimiert. Lediglich, dass das Web-Interface momentan nur in englischer Sprache vorliegt, ist nicht perfekt.