Tests für Pro-Ject MaiA DS3
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Pro-Ject MaiA DS3 bei STEREO im Test
Autor:Michael Lang, STEREO
Unsere Zusammenfassung
Er stellte fest, dass die Bedienung des MaiA DS3 einfach und logisch sei. Einzig die Installation eines Treibers, die notwendig werde, wenn Musik in hoher Qualität als PCM oder DSD-Datenstrom vom Computer wiedergegeben werden solle, müsse berücksichtigt werden. Wünschenswert wäre zudem eine kleine LED im Lautstärkeregler, um dessen Stellung auch aus der Distanz erkennen zu können.
Bereits zu Beginn des Tests wurde der Verstärker mit anspruchsvoller Musik auf die Probe gestellt. Laut Lang seien unter anderem Moanin’ von Art Blakey sowie Stücke von War on Drugs und Klassiker der Rockmusik wie Janie’s Got A Gun von Aerosmith und Dead Or Alive von Bon Jovi zum Einsatz gekommen. Als Lautsprecher wurden zunächst die hochpreisigen Gauder DARC 100 verwendet, die sich deutlich außerhalb der Preisklasse des Verstärkers bewegten. Unter diesen Bedingungen habe der MaiA DS3 zwar seine Grenzen nicht verbergen können, aber dennoch einige überraschende Qualitäten offenbart.
In Bezug auf die Präzision habe der Verstärker leichte Defizite gezeigt, insbesondere bei der räumlichen Darstellung von Moon Maiden von Duke Ellington. Auch wenn teurere Wettbewerber mit mehr Detailtreue punkten könnten, überzeugte das Gerät dennoch durch Dynamik, eine ausgewogene Tonalität und eine solide Kontrolle der Lautsprecherchassis. Laut Lang sei die räumliche Abbildung in Breite und Tiefe ebenfalls gelungen.
Allerdings fehle es dem Gerät an der Fähigkeit, den Hörer vollständig in die Musik eintauchen zu lassen und die Außenwelt zu vergessen. Dies sei jedoch in dieser Preisklasse nicht ungewöhnlich und kaum zu erwarten. Trotz aller gezeigten Stärken mangele es dem kompakten Verstärker an Glanz und Offenheit, um Musik zu einem fesselnden Erlebnis zu machen.
Diese Einschränkungen seien jedoch eher als Kleinigkeiten zu betrachten. Besonders beeindruckt zeigte sich Lang von der Fähigkeit des MaiA DS3, auch mit einem leisen MC-Tonabnehmer wie dem Benz LPS verzerrungs- und rauscharm zu arbeiten. Die Wiedergabe von Change von War on Drugs sei bemerkenswert gewesen, da der Verstärker eine hohe Durchzeichnung und fein abgestufte dynamische Schattierungen gezeigt habe.
Noch deutlicher habe sich die Performance verbessert, als das Gerät mit Lautsprechern in einer passenden Preisklasse – bis etwa 1.000 Euro pro Paar – kombiniert wurde. In dieser Konstellation habe der MaiA DS3 seine Stärken in Raumabbildung, Impulsivität und tonaler Ausgewogenheit unter Beweis gestellt. Laut Lang habe sich das bei der Wiedergabe von Moanin’ von Art Blakey bemerkbar gemacht, das nun leichter und swingender geklungen habe. Besonders positiv sei zudem die Qualität des Phonoeingangs aufgefallen, der mit der CD- und Qobuz-Wiedergabe mithalten konnte.
Auch im Bluetooth-Betrieb habe sich eine interessante Beobachtung ergeben: Die +6 Dezibel seien beim Einsatz eines iPhones nützlich gewesen, um den Lautstärkeregler nicht allzu weit aufdrehen zu müssen.
Zudem habe der MaiA DS3 mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufgeräumt – nämlich, dass hochwertige Klassiker klanglich immer überlegen seien. Lang berichtet, dass in Tests mit mehreren dieser alten Verstärker zwar Unterschiede in der Klangcharakteristik festgestellt wurden, der MaiA DS3 jedoch insgesamt nicht weniger überzeugend geklungen habe. Besonders hervorgehoben wurde, dass der Verstärker moderne Hörgewohnheiten mit seinen vielfältigen Anschlussmöglichkeiten und der Steuerung per Fernbedienung berücksichtige.