Wichtige Punkte zum Kauf von Stereo-Equipment (Verstärker, Lautsprecher)
Oft sucht man lange nach einem passenden Stereoverstärker und einem Paar Stereolautsprecher – das muss aber gar nicht sein. Schauen Sie sich unsere nachfolgend aufgelisteten Punkte an, dann wird die Kaufentscheidung deutlich einfacher.
Zuallererst ist es wichtig, folgende Parameter festzulegen: Raumgröße sowie Pegel, mit denen meist gehört wird, Beschaffenheit des Raums, zuspielende Elektronik, welche Art von Musik wird gehört:
Generell gilt: So größer der Raum, umso höher belastbar sollte das Equipment sein. Reicht fürs Musikzimmer bis rund 20 Quadratmeter noch ein 300 EUR Stereoverstärker und zwei kompakte Regalboxen, so muss man im Wohnzimmer, das größer als 30 Quadratmeter misst, schon zu einem leistungsfähigen Stereoverstärker/Netzwerk-Receiver der 800 bis 1.000 EUR-Klasse als absolutes Minimum greifen.
Natürlich ist es auch wichtig, die Pegel, mit denen meist gehört wird, zu berücksichtigen. Denn hört man meist lediglich im Zimmerlautstärke oder etwas darüber, braucht man keine enormen Leistungsreserven beim Equipment. Wer allerdings echtes Konzerthallen-Flair auch hinsichtlich der Lautstärke wünscht, braucht belastbare Lautsprecher und einen Verstärker/Receiver mit kräftigen Endstufen. Für sehr große Lokalitäten empfiehlt es sich, eine Vor-/Endstufen-Kombination in Betracht zu ziehen. Hier sind Vor- und Endstufe in getrennten Gehäusen untergebracht. Das bringt nicht nur Vorteile hinsichtlich der akustischen Reinheit (keine Beeinflussungen der Baugruppen in Vor- und Endstufe), sondern auch hinsichtlich der Bereitstellung besonders hoher Pegel. In guten Stereoendstufen sind besonders große Transformatoren (für stets gegebene Stromlieferfähigkeit) und Elektrolyt-Kondensatoren mit großer Kapazität als Kurzzeitstromspeicher für plötzlich auftretende Spitzen (z.B. ein nachdrücklicher Orchester-Einsatz bei ohnehin hoher Grundlautstärke) verbaut. Diese stellen enorme Leistungsreserven sicher.
Ist der Raum akustisch optimiert (beziehungsweise plant man eine akustische Optimierung mittels entsprechenden Panels) oder nicht? Auch bei Räumen, die nicht akustisch optimiert sind, gibt es große Unterschiede. So ist ein Raum mit dicken Teppichen, vielen schweren Holzmöbeln und Tapete akustisch eher tot, so ist ein Raum, modern und minimalistisch eingerichtet, mit Steinfußboden und nacktem Beton sowie großen Fensterflächen akustisch sehr lebendig und besonders schwer in den Griff zu bekommen. Möchte man in einem solchen hell abgestimmten Raum z.B. mit hohem Pegel Musik hören, so sollte man darauf achten, entweder eine Box mit eher verhalten abgestimmten Hochtonbereich zu kaufen oder aber einen Lautsprecher, bei dem man mittels Kippschalter die Höhen absenken kann. Das funktioniert meist besser, als wenn man die Höhen bei den Klangreglern des Verstärkers zurücknimmt.
Natürlich muss man auch mit ins Kalkül ziehen, welche Musik meist gehört wird. Klassische Musik oder Jazz verlangen nach einem besonders fein auflösenden Hochtonbereich, während Liebhaber von Rap- oder R&B-Musik auf einen besonders nachdrücklichen Bassbereich stehen.
Ein Sonderfall sind reine „Class A“ Verstärker. Sie opfern für einen besonders reinen Klang Leistung, beim Verstärkungsprozess wird viel Verlustwärme freigesetzt. Class A Verstärker sind nicht zum Pegeltreiben geeignet und verlangen nach Boxen mit einem hohen Wirkungsgrad. Manchmal bauen Hersteller „Misch-Endstufen“ ,die bis zu einem bestimmten Punkt im reinen Class A-Betrieb laufen, wird mehr Leistung abverlangt, schalten sie in den Class AB-Betrieb um.
Nachdem man sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat, steht nun im Raum: Welche Ausstattungsmerkmale sind von Belang? Zunächst beschäftigen wir uns mit wichtigen Merkmalen von Verstärkern/Receivern, anschließend mit wichtigen Merkmalen bei Lautsprechern.
Innerhalb der ROTEL Serie 14 rangiert ein Stereo-Verstärker als Topmodell: Der ROTEL A14. Er ist für seinen Kaufpreis derzeit nahezu unschlagbar. Technische Merkmale höherer Preisklassen wie ein großer Ringkern-Trafo oder sehr hochwertige D/A-Wandler verbinden sich mit moderner, praxisgerechter Anschlussbestückung und einem eleganten Design zu einem erstklassigen Gesamtpaket innerhalb der Produktgruppe der ROTEL Verstärker.
Verstärker/Receiver
Wer sehr einfach sein Smartphone oder Tablet zum drahtlosen Koppeln mit dem Stereoverstärker/Receiver koppeln möchte, sucht nach einem Gerät, das Bluetooth entweder gleich eingebaut hat oder aber mittels eines optionalen Adapters Bluetooth-fähig wird. Vorsicht: Manchmal sind die vom Hersteller angebotenen Bluetooth-Adapter extrem teuer.
Wer viele hochwertige Dateien, z.B. auch in hochauflösenden Dateiformaten (WAV, FLAC, ALAC oder AIFF), auf einem PC oder Notebook hat und diese direkt über den Stereoverstärker oder Stereoreceiver wiedergeben möchte – ohne Netzwerkeinbindung des Verstärkers/Receivers –, sieht sich nach einem Stereoreceiver oder Stereoverstärker mit sogenanntem „USB-DAC“ um. Dahinter verbirgt sich ein digital-analoger Wandler, der asynchrone USB-Signale von der digitalen in die analoge Ebene wandeln kann. Man nimmt einfach ein passendes USB-Kabel, führt dieses vom PC/Notebook zum entsprechend geeigneten USB-Eingang am Receiver/Verstärker. Manchmal muss man auf dem PC oder Notebook einen Treiber installieren, manchmal auch nicht. Wir empfehlen, darauf zu achten, dass der USB-DAC Signale bis mindestens 96 kHz/24-Bit entgegennehmen kann, besser bis 192 kHz/24-Bit.
Wer seinen Lieblings-Streamingdienst (z.B. Spotify, Deezer oder TIDAL) auch direkt über seinen Stereoreceiver oder Stereoverstärker genießen mag, der kauft einen Netzwerk-Receiver (meist sind es Receiver). Steuerbar mittels einer kostenlos herunterzuladenden App (meist Android und Apple iOS), kann man dann z.B. seine Lieblings-Wiedergabeliste von Spotify hören. Auch ist es möglich, Musik, die auf dem Smartphone oder Tablet gespeichert ist oder auf einem PC-Notebook, Home Serover oder NAS-System liegt, über den Stereo-Netzwerkreceiver zu hören.
Bei Yamaha (MusicCast) und bei Pioneer (verschiedene Standards wie z.B. Fire Connect) ist es auch möglich, einen Stereo-Netzwerkreceiver in ein Multiroom-Audio-System einzubinden und ihm eine Zone (z.B. Wohnzimmer) zuzuweisen.
Wer einen Plattenspieler möglichst unkompliziert anschließen möchte, sollte darauf achten, dass gleich ein dedizierter Phono-Eingang vorhanden ist.
Wer einen klassischen CD-Player verwendet, der einen digitalen Ausgang (meist optisch) hat und zusätzlich für eine detailreiche Musikwiedergabe die digital-analogen Wandler des neuen Stereoverstärkers oder Stereoreceivers einsetzen möchte, sollte darauf achten, dass der Stereoverstärker/-receiver einen optischen Digitaleingang hat.
Verwendet man eine Vor-/Endstufenkombination und verbindet diese über Cinch oder XLR, so ist folgendes zu beachten: Idealerweise verwendet man die symmetrische XLR-Verbindung, nur wenn es keine XLR-Terminals gibt, verwendet man Cinch. Generell sollten die Kabel so kurz wie möglich gewählt werden. Auf eine gute Kabel-Qualität ist zu achten.
Verbindet man die Lautsprecher und den Verstärker/Receiver, so ist ebenfalls auf eine gute Kabelqualität und mindestens 2,5 mm Querschnitt des Kabels zu achten. Sehr empfehlenswert sind Hilfsmittel wie Bananenstecker, um eine solide, haltbare Verbindung zwischen Receiver/Verstärker und den Boxen herzustellen.
Lautsprecher
Wer Hi-Res-Audiodateien in vollem Dynamikumfang hören möchte, sollte eine Box verwenden, deren Hochtöner bis mindestens 30 kHz spielen kann. „Da hört ein Mensch doch nichts mehr“ – dieses Argument wird dann oft gewählt. Aber es geht nicht um die direkte Wahrnehmung, sondern um den sogenannten Oberwellenbereich, der z.B. das Charisma eines besonders wertvollen Flügels oder einer Stradivari berücksichtigt. Manche Hochtöner spielen bis auf über 50 kHz hoch.
Wer einen großen Hörraum beschallen möchte, sollte zu großen Standboxen greifen.
Auf den Wirkungsgrad achten. So niedriger dieser ausfällt, umso mehr Leistung muss der angeschlossene Verstärker bereitstellen. Werte von ca. 85 dB (2,83V/1m) bis ca. 93 dB (2,83V/1m) sind gängig.
Wer auch mal Orgelkonzerte oder ähnliche Musik mit enormem Tiefgang im Bassbereich hören möchte, sollte auf ein voluminöses Gehäuse und große Tieftöner Wert legen. Alternative: Nach einem Stereoreceiver oder Stereoverstärker suchen, der einen Vorverstärkerausgang für einen aktiven Subwoofer mitbringt. Dann kann man größere Regalboxen mit einem kraftvollen aktiven Subwoofer kombinieren.
Wer feinste Impulse bei hohen Frequenzen exzellent und schnell umgesetzt haben möchte, wählt einen Lautsprecher mit einem Bändchenhochtöner. Diese sind ultraleicht und geben auch kleinste Impulse extrem reaktionsfreudig wieder.
Fazit
Berücksichtigt man die hier angegebenen Punkt, so gestaltet sich der Kauf von neuem Stereo-Equipment trotz der Fülle, die der Markt bereit hält, gar nicht so kompliziert. Wir empfehlen, auch auf moderne oder zukünftig noch wichtigere Ausstattungsmerkmale zu achten, damit man auch nach einiger Zeit noch Freude am neuen System hat.
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