Wichtige Punkte, die man für die Wiedergabe von Hi-Res-Audiodateien wissen muss
Hinter hochauflösenden Audiodateien, die meist in den Formaten Flac, ALAC, AIFF, WAV oder DSD vorliegen, verbergen sich Dateien, die einen erweiterten Frequenzgang und demnach einen erweiterten Dynamikumfang aufweisen. Reicht der Frequenzgang der CD zum Beispiel bis 20 kHz hoch, können Hi-Res-Audio-Dateien deutlich über diese Marke hinaus spielen. Hochtöner, die bis auf 50 kHz hoch spielen können, kommen bei verschiedenen Lautsprechern speziell für die Hi-Res-Audiowiedergabe zum Einsatz.
Doch brauche ich das überhaupt? Ein erwachsener Mensch hört bis 16 kHz, warum dann also der Aufwand? Das Geheimnis liegt in den sogenannten Oberwellen, die man nicht direkt hört, die aber die Charakteristik des jeweiligen Signals mit beeinflussen. Ein Beispiel: Ob nun der passionierte Geiger auf einer Allerweltsgeige oder auf einer seltenen und besonders schön klingenden Stradivari spielt, das wird durch den Oberwellenbereich verdeutlicht. Also trägt ein möglichst komplett darstellbarer Oberwellenbereich mit zu einer hervorragenden, weil authentischen Wiedergabequalität bei. In der Branche ist diese Feststellung durchaus umstritten, viele stellen sich die Frage, ob Hi-Res-Audio ein Plus an Klanggüte bringt.
Um hier einen Tipp zu geben: Sehr gutes konventionelles Material kann, wenn es erstklassig abgemischt ist, durchaus besser klingen als schlechte Hi-Res-Auidio-Dateien. Das kann besonders dann der Fall sein, wenn Audiodateien nachträglich aufpoliert wurden und ursprünglich gar nicht in der hohen Auflösung vorliegen. Erstklassige, neu erstellte Hi-Res-Dateien hingegen bieten unserer Meinung nach den Vorteil einer feineren dynamischen Staffelung und eines freieren, räumlich klarer definierten Hochtonbereiches. Auch der Bass wirkt fundierter und zugleich differenzierter, geht es darum, parallel verschiedene tiefe Frequenzen zu erfassen.

Häufig handelt es sich bei hochauflösendem Audio-Material um FLAC-Dateien.
Hi-Res-Files können PCM-basiert sein, wie z.B. bei Flac PCM die Basis ist. Typische Auflösungen sind zum Beispiel 48 kHz-/24-Bit, 88,2 kHz-24-Bit, 96 kHz-24 Bit oder 192 kHz-/24-Bit. Der erste Wert bezeichnet die Samplingrate und damit die Häufigkeit der Abtastung die Bit-Zahl markiert die Tiefe des jeweiligen Abtastwertes. Aus der Reihe tanzt Direct Stream Digital (DSD), das Format, in dem die SACDs vorliegen. DSD nutzt eine völlig andere Wandler-Technik bei der Wandlung des digitalen in ein analoges Signal (1-Bit Delta-Sigma-Wandler) als PCM. Meist werden, gerade bei günstigeren Hi-Res-tauglichen Geräten wie AV-Receivern, DSD-Signale auf digitaler Ebene in PCM-Signale gewandelt. Wandler, die DSD nativ verarbeiten, sind außerordentlich teuer.
Hi-Res-Files kann man von entsprechenden Portalen aus dem Internet beziehen. Dabei werden die Dateien heruntergeladen und auf dem PC, dem NAS-System oder dem Home Server gespeichert. Möglichkeit zwei: Man abonniert Music-Streaming-Dienste wie QOBUZ oder TIDAL und hört die dort angebotenen Hi-Res-Files.
Um Hi-Res-Files zuhause wiederzugeben, gibt es demnach verschiedene Wege:
- Der AV-Receiver/Netzwerk-Stereo-Receiver/Netzwerk-Player greift auf das NAS-System oder den Home Server zu und spielt von diesem die entsprechenden Hi-Res-Dateien ab.
- Man erstellt einen USB-Stick mit Hi-Res-Files und steckt diesen in eine entsprechend kompatible USB-Buchse beim Wiedergabegerät.
- Der AV-Receiver/netzwerk-Stereo-Receiver oder Netzwerk-Player verfügt über einen asynchronen USB-DAC und es befinden sich direkt auf Notebook oder PC Hi-Res-Files. Ein entsprechend geeignetes USB-Kabel wird vom PC/Notebook direkt zum USB-Anschluss des Wiedergabegerätes gelegt.
- Man nutzt Streaming-Dienste, die hochauflösende Dateien in ihrem Portfolio haben, wie z.B. TIDAL oder QOBUZ, und gibt diese z.B. übers Interface im AV-Receiver wieder.
Was gilt für die Fähigkeit der Wiedergabekette?
Generell sollten die verwendeten Komponenten, möchte man eine tatsächliche Steigerung des Hörgenusses erzielen, durchweg hochwertig sein. Sicherlich, auch bei einem AV-Receiver für 500 EUR und einem einfacheren Lautsprechersystem hört man schon, dass es sich bei einem hochwertigen Hi-Res-Stück um eine besonders gut klingende Aufnahme handelt. Aber die ganzen feinen Details, die diese Hi-Res-Datei bereithält, entgehen dem Zuhörer. Wer einen echten akustischen Gewinn er-hören möchte, sollte zum Beispiel zu einem hochwertigen Netzwerk-Player in Verbindung mit einem Stereo-Verstärker greifen (hochwertige Netzwerk-Player, entweder mit oder ohne CD-Laufwerk, gibt es bereits ab rund 300 EUR, geeignete Stereoverstärker ab gut 600 EUR) und zwei Stereo-Standlautsprechern (Hochtöner sollte bis mindestens 25 kHz hoch spielen) sind zu Paarpreisen ab 1.600 EUR schon durchaus in der Lage, akustische Vorteile von Hi-Res-Audio-Dateien klar aufzuzeigen. Kauft man ältere Komponenten und möchte über diese auch DSD-Dateien wiedergeben, sollte geklärt werden, ob DSD unterstützt wird. Lautsprecher, die ein generell hochwertiges Layout aufweisen, sind natürlich generell im Vorteil. Hierzu zählen:
- Hochtöner, der mindestens bis auf 25 kHz hoch spielt
- Hochwertiges, steifes Gehäuse
- Im Idealfall arbeitet im Inneren des Lautsprechers jeder Treiber in einer eigenen Kammer
- Hochwertige Frequenzweiche für perfekte Anpassung an die verbauten Treiber
Fazit
Hi-Res-Audio in Stereo bringt eine vortreffliche Dynamik und eine enorme Detailtreue ins heimische Wohnzimmer. Eine Wiedergabekette, die Hi-Res-Audio-Dateien ausgezeichnet zur Geltung bringt, ist günstiger, als manch ein Anwender denken würde.
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